Löwenburg
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Löwenburg - Luftbild

Copyright: Renate Bollenbacher

Höhe: 455 m.

Die Löwenburg besteht an der Basis aus Latit und im Gipfelbereich aus nephelinreichem Foidlatitbasalt.

Auf halber Höhe befindet sich die Gaststätte “Löwenburger Hof”.

Die Löwenburg wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von Heinrich II., dem Grafen von Sayn, erbaut.

Die älteste noch erhaltene Urkunde datiert auf den 29. August 1247.

Durch diese Urkunde bestätigen die vier Neffen, die Gebrüder Johann, Heinrich, Simon und Eberhard Sponheim, der Witwe des verstorbenen Grafen, Heinrich III. von Sayn, Mechthild, daß sie ihnen den Saynschen Besitz mit Ausnahme von Blankenburg und der Löwenburg, früher genannt "Lewenburg,', wo sie auf Lebenszeit Wohnrecht behalten will, vorzeitig übertragen hat.

Der Sohn Heinrich II, Heinrich III., schon sterbenskrank, hatte in der Weihnachtswoche 1246 ein Testament verfaßt, wodurch seiner Gattin, Mechthild von Sayn, und dem zu erwartenden Kind der gesamte Saynsche Besitz übertragen werden sollte. Falls das Kind sterben würde sollte nach dem Tode von Mechthild das Erbe an die vier Brüder von Sponheim, Söhne seiner Schwester, fallen. Heinrich III. starb schon in der Nacht vom 31. Dezember 1246 zum 1. Januar 1247 auf Blankenberg, und auch sein Kind scheint kurz nach der Geburt gestorben zu sein.

Deshalb hatte sich Mechthild, die Witwe von Heinrich III., entschlossen, das Erbe, wie aus der Urkunde vom 29. August 1247 hervorgeht, mit den genannten Ausnahmen vorzeitig ihren vier Neffen, den Grafen von Sponheim, zu übertragen. Später soll der Kölner Erzbischof diese Besitzübernahme bestätigt haben.

Am 13. Oktober 1248 überträgt Simon von Sponheim seinen Viertel-Anteil an der Löwenburg seinem Bruder Heinrich von Sponheim, Herrn zu Heinsberg. Dieser besitzt damit die Hälfte der Anteile an der Löwenburg. Seine Brüder Johann und Eberhard von Heinsberg, bzw. deren Erben, behalten die restlichen 50%.

Zwischen 1255 und seinem Tod 1258 erhält Heinrich von Sponheim die Besitzrechte an einem weiteren Viertel der Löwenburg. Sein ältester Sohn, Dietrich, ist als sein Erbe somit Herr von Heinsberg, Blankenberg und drei Viertel der Löwenburg.

Am 12. Februar 1269 gibt Mechthild von Sayn Ihre Rechte an der Löwenburg auf. Somit ist Dietrich von Heinsberg alleiniger Besitzer.

Nach dem Übergang der Herrschaft Löwenburg an das Herzogtum Berg 1484 wurde die Burg Sitz eines Amtmannes. Später wurde sie zu einem Gefängnis. Im 17. Jahrhundert begann der Verfall der Burg. Mehrere im 19. Jahrhundert durchgeführte Versuche die Ruine zu retten scheiterten.

1867 wurde die Löwenburg zum Hauptbeobachtungspunkt für die genaue Einmessung des rheinischen Dreiecksnetzes. Die nächsten Peilpunkte sind der Kölner Dom, der Michaelsberg bei Bad Münstereifel und die Nürburg. Die Messpunkte sind bei klarer Sicht mit dem bloßen Auge zu erkennen. Das Dreiecksnetz ist Bestandteil der europäischen Gradmessung.

In den Jahren 1980 bis 1985 wurden die noch vorhandenen Grundmauern der Burganlage freigelegt und gesichert. Mehrere Tafeln zeigen das ursprüngliche Aussehen der Burg.

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